Akutes Nierenversagen: Eine Revolution in der Prävention

Eine italienische Innovation in der Prävention akuter Nierenschäden

Mailänder Krankenhaus San Raffaele führte eine innovative Studie durch, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde und eine Behandlung zur Vorbeugung von akutem Nierenversagen (AKI) bei Patienten mit kardiopulmonalem Bypass identifizierte. Die Behandlung, bei der Aminosäuren intravenös verabreicht werden, stellt einen bedeutenden Durchbruch dar: AKI ist bisher tödlicher als Herzinfarkt, und es gibt keine definitiven Methoden, es zu verhindern.

Zahlen zum akuten Nierenversagen

Jedes Jahr werden über 300 Millionen chirurgische Eingriffe werden weltweit durchgeführt, davon etwa eine Million mit kardiopulmonalem Bypass. Bei solchen Eingriffen kann akuter Stress für den Körper die Nierendurchblutung verringern und die Wahrscheinlichkeit einer akuten Nierenschädigung erhöhen. Ein akutes Nierenversagen tritt bei 10-15 % der Krankenhauspatienten und bei 50 % der Intensivpatienten auf, wobei die Sterblichkeitsrate in kritischen Fällen 30-40 % beträgt. Daher ist die Vorbeugung eines akuten Nierenversagens ein entscheidendes Ziel zur Verbesserung der Überlebenschancen der Patienten.

Details zur Studie

Die Studie wurde gefördert durch die Italienisches Gesundheitsministerium, umfasste 3,511 Patienten aus 22 Zentren weltweit, darunter Italien, Kroatien und Singapur. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine intravenöse Aminosäurelösung, während die andere ein Placebo erhielt. Die Ergebnisse zeigten, dass AKI bei 26.9 % der mit Aminosäuren behandelten Patienten auftrat, gegenüber 31.7 % der Patienten, die das Placebo erhielten, was eine signifikante Risikoreduzierung darstellt.

Zukunftsperspektiven

Die Ergebnisse dieser Studie öffnen neue Möglichkeiten nicht nur für Patienten, die sich einem kardiopulmonalen Bypass unterziehen, sondern auch für Patienten mit Herzinsuffizienz, die auf eine Nierentransplantation warten, für Patienten mit anhaltendem Nierenversagen oder für Patienten mit Sepsis. Eine Aminosäuretherapie könnte auch die Schäden durch Kontrastmittel, die bei Diagnoseverfahren verwendet werden, abmildern. Dieser Paradigmenwechsel könnte den Zustand von Millionen von Patienten jährlich deutlich verbessern.

Quellen

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