Neues Epilepsie-Warngerät könnte Tausende von Leben retten

Ein neues High-Tech-Armband, das von niederländischen Wissenschaftlern entwickelt wurde, erfasst 85 Prozent aller schweren nächtlichen Epilepsie-Anfälle. Das ist ein viel besseres Ergebnis als jede andere derzeit verfügbare Technologie.

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Die beteiligten Forscher glauben, dass dieses Armband, genannt Nightwatch, die weltweite Anzahl von unerwarteten nächtlichen Todesfällen bei Epilepsiepatienten reduzieren kann. Sie veröffentlichten die Ergebnisse einer prospektiven Studie in der wissenschaftlichen Zeitschrift Neurologie.

Plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie ist eine der Haupttodesursachen bei Epilepsiepatienten. Menschen mit einer intellektuellen Behinderung und schwerer therapieresistenter Epilepsie können sogar ein 20% Lebenszeitrisiko haben, an Epilepsie zu sterben. Obwohl es mehrere Techniken gibt, um Patienten nachts zu überwachen, werden viele Angriffe immer noch übersehen.

Forscher des Konsortiums haben daher ein Armband entwickelt, das zwei wesentliche Merkmale schwerer Angriffe erkennt: einen ungewöhnlich schnellen Herzschlag und rhythmische rüttelnde Bewegungen. In solchen Fällen sendet das Armband eine drahtlose Benachrichtigung an die Pflegepersonen oder Krankenschwestern.

Das Forschungsteam testete prospektiv das als Nightwatch bekannte Armband bei Patienten mit intellektuell behinderten Epilepsie-Patienten mit 28 über einen Durchschnitt von 65-Nächten pro Patient. Das Armband war darauf beschränkt, bei einem schweren Anfall einen Alarm auszulösen. Die Patienten wurden auch gefilmt, um zu überprüfen, ob Fehlalarme oder Angriffe aufgetreten sind, die die Nightwatch möglicherweise versäumt hat. Dieser Vergleich zeigt, dass das Armband 85-Prozent aller schweren Anfälle und 96% der schwersten Anfälle (tonisch-klonische Anfälle) feststellte. Dies ist eine besonders hohe Punktzahl.

Zum Vergleich wurde der derzeitige Erkennungsstandard, ein Bettsensor, der auf Vibrationen aufgrund von rhythmischen Stößen reagiert, gleichzeitig getestet. Dies signalisierte nur 21% schwerer Angriffe. Im Durchschnitt blieb der Bettsensor daher einmal alle 4-Nächte pro Patient übermäßig leise. Die Nightwatch hingegen verpasste einen ernsthaften Angriff pro Patient im Durchschnitt nur einmal pro 25-Nacht. Darüber hinaus hatten die Patienten keine großen Beschwerden am Armband und auch das Pflegepersonal äußerte sich positiv über die Verwendung des Armbandes.

Diese Ergebnisse zeigen, dass das Armband gut funktioniert, sagt der Neurologe und Forschungsleiter Prof. Dr. Johan Arends. Die Nachtwache kann jetzt unter Erwachsenen sowohl in Einrichtungen als auch zu Hause weit verbreitet sein. Arends geht davon aus, dass dies die Anzahl der Fälle von SUDEP um zwei Drittel reduzieren kann, obwohl dies auch davon abhängt, wie schnell und angemessen Pflegeanbieter oder informelle Pflegepersonen auf die Warnmeldungen reagieren. Bei einer globalen Anwendung können Tausende von Menschenleben gerettet werden.

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